(Autor: Lothar Heinze, überarbeitet von Werner Hammerand)

37 Jahre sind seit der Gründung der Schützengesellschaft Rüsselbach 1973 vergangen. Wesentlich länger ist es jedoch her, dass Schützen aus Rüsselbach bei schießsportlichen Wettbewerben erfolgreich waren:

Aus einer Abrechnung des Jeronimus Tucher über das Schießen auf dem Lande im Jahr 1532 geht hervor, dass Schützen aus Rüsselbach Sachwerte in Form von Hosentüchern, Barchent und Hellebarden für ihre Schießleistungen erhalten haben. Das Schützentum wurde somit bereits vor über 470 Jahren in Rüsselbach gepflegt.

Es wurden also schlummernde Neigungen geweckt, als sich auf der Gründungsversammlung am 17. Oktober 1973 auf Anregung vom  2. Gauschützenmeister Wulf-Dieter Dahms (1. Schützenmeister der SG Simonshofen), Otto Neusinger (Schützen-meister der SG Heuchling) und Erich Poledniczek, spontan Anton Zimmerer, Helmut Kraus, Robert Dorn, Eduard Bauer, Hans Zimmerer, Ernst Mannschedel und Hans Wölfel bereit erklärten, eine Schützengesellschaft in Rüsselbach zu gründen. Bis zum 25. Ok-tober schlossen sich noch dreizehn weitere Mitglieder an, so dass im Protokollbuch zwanzig Mitglieder eingetragen werden konnten. Die Vereinsführung übernahm nach einstimmigem Beschluss Anton Zimmerer. Das Amt des 2. Schützenmeisters ging an Helmut Kraus.

Sie gaben ihrem Verein den Namen Schützengesellschaft Rüsselbach1973 mit Sitz in Oberrüsselbach. Seit 28. Oktober 1974 ist die SGR 1973 ein als gemeinnützig anerkannter, eingetragener Verein.

Tage und Wochen mühevoller Arbeit kamen auf den jungen Verein zu. Die halbfertige Garage des Vereinswirtes, Hans Zimmerer, eignete sich nach Verlängerung auf 12 Meter durch Vereinsmitglieder, zum Ausbau für drei Schießstände. Ein angrenzendes Zimmer wurde zum Vereinsheim umgebaut. Als Grundstock wurde dem Verein von Frau Pfrimmer ein Luftgewehr gestiftet. Ein zweites Gewehr konnte etwas später von Beitragsgeldern und durch eine Spende der Brauerei Wolfshöhe erworben werden. Die erste Generalversammlung fand am 07.02.1974 statt. In der folgenden Zeit entwickelte sich ein reges Vereinsleben. Im Jahre 1977 begann die Erweiterung der Schießanlage auf acht Stände. Beim 10-jährigen Gründungsjubiläum im Jahre 1983 wurde eine Patenschaft auf Gegenseitigkeit mit dem Schützenverein Brunnleite / Affalterthal übernommen. Als Jubiläumsgeschenk erhielt die Schützengesellschaft Rüsselbach von Dr. Wolfgang Pfrimmer ein Luftgewehr.

Um den Fortbestand der Schützengesellschaft Rüsselbach 1973 langfristig zu sichern, hat sich die Vereinsführung im Jahr 1992 zum Bau eines eigenen Schützenhauses entschieden.

Die Chronologie des Schützenhausneubaues liest sich wie folgt:

  • 1993: Von der Gemeinde Igensdorf wird ein Bauplatz neben dem Vereinshaus im ehemaligen „Gsee“ in Mittelrüsselbach langfristig gepachtet und ein Hochbau mit Satteldach geplant. Auf eine Unterkellerung mit einem KK-Stand zur Erweiterung des schießsportlichen Angebotes muss verzichtet werden.
  • 1995: Die Mitgliederversammlung beschließt in zwei Sitzungen mit großer Mehrheit die Abgabe des Bauantrages und den Bau des Schützenhauses nach den vom Schützenmeisteramt vorgeschlagenen Bau- und Finanzierungsplänen. Mit Bescheid vom 12. September wird der Bauantrag vom Kreisbauamt Forchheim genehmigt.
  • 1996: Die Anträge auf Sportförderung und vorzeitigen Baubeginn werden beim BSSB eingereicht. Am 12. November wird dem Antrag auf vorzeitigen Baubeginn durch die Regierung von Oberfranken stattgegeben. Am 24. November erfolgt der erste Spatenstich.
  • 1997: Richtfest am 25. September nach großem persönlichem Arbeitseinsatz der aktiven Schützen.
  • 2000: Inbetriebnahme des neuen Hauses nach Freigabe durch die Baubehörde; Beginn regelmäßiger sportlicher und geselliger Veranstaltungen im eigenen Schützenhaus.
  • Seit 12. November 1993 besitzt die Schützengesellschaft Rüsselbach 1973 die amtliche Erlaubnis zum Böllerschießen. Die Satzungsergänzung zur Förderung des Volksbrauchtums, unter anderem durch Salut- und Böllerschießen im §2 (Zweck des Vereins), wird von der Mitgliederversammlung am 15.01.1994 einstimmig beschlossen. Inzwischen ist die Böllergruppe auf 19 Schützen, darunter zwei Frauen, angewachsen. Sie tritt bei entsprechenden Gelegenheiten in einheitlicher Tracht mit Hut auf und besitzt Hand- und Schaftböller sowie eine Kanone.

Mitglieder der SGR 1973 haben sich von  jeher aktiv um die Schützensache bemüht: So nehmen sie nicht nur teil an Rundenwettkämpfen mit Schützen, Damen, und Jugendlichen im LG-/LP-Bereich (beste Platzierung A-Klasse LG, Gauschützen-könig 1993, Ausrichtung von Gau-Groß-Veranstaltungen wie Gauschießen, Gaujugendschießen, Gauversammlung, 

8. Fränkisches Böllerschützentreffen), sondern sie stellen auch immer wieder qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gauverwaltung: 

• Luise Hartert, 2. Gaudamenleiterin 1980-1989;  

• Inge Roßner, 1. Gauschriftführerin 1980-1984; 

• Reinhard Hartert, 1. Gaujugend-leiter 1993-1995; 

• seit 1995 amtieren Udo Billenstein als Gauschützenmeister und Lothar Heinze als 1. Gaujugend-leiter.

Ihre Verbundenheit mit dem Schießsport demonstrieren die Rüsselbacher Schützen nicht nur durch die Teilnahme an speziellen Vergleichswettkämpfen auf Vereinsebene, so genannte Freundschaftsschießen, sondern sie pflegen seit 1983 eine Patenschaft mit dem SV Brunnleite / Affaterthal aus dem Nachbargau im Bezirk Oberfranken.

Das schießsportliche Angebot umfasst Standard-Luftgewehr und –Luftpistole auf zehn Ständen mit elektronischen Zuganlagen. Von den aktuell 112 Mitgliedern (darin enthalten sind 30 weibliche und 13 jugendliche Mitglieder) nehmen am Rundenwettkampf 2 LG-Mannschaften in der offenen Schützenklasse und eine LP-Mannschaft teil. Eine Schülermannschaft ist im Aufbau.

Aktuelle Vorstandschaft:

Herbert Gebhardt (1. Vorstand)

Hans Dax (2. Vorstand)

Kontakt:

Herbert Gebhardt, Unterrüsselbach